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Intuition fördern mit Tarotkarten

Intuition mit dem dritten Auge im Himmel, Wasserfarbenbild

Inhaltsverzeichnis

Intuition als Herz des Tarot

Im Tarot geht es nicht primär um festgelegte Bedeutungen oder strenge Regeln. Vielmehr ist es ein Werkzeug, das uns erlaubt, Zugang zu einer tieferen, oft unbewussten Ebene unseres Selbst zu finden. Die Karten dienen als Spiegel, der verborgene Themen sichtbar macht. Wer mit Tarot arbeitet, bemerkt schnell: Intuition ist der eigentliche Schlüssel zur Deutung. Doch was ist Intuition genau – und wie kann man sie im Umgang mit Tarotkarten gezielt trainieren? Eine Einführung findest du in unserem Artikel – Was ist Tarot?

Was ist Intuition eigentlich?

Intuition ist die Fähigkeit, etwas ohne bewusste rationale Schlüsse zu erfassen. Es ist dieses „Bauchgefühl“, das wir manchmal spüren, wenn wir eine Entscheidung treffen oder eine Situation intuitiv erfassen. In der Psychologie spricht man von einem unbewussten Verarbeiten von Informationen, das oft schneller und ganzheitlicher geschieht als bewusste Überlegungen. Beim Tarot nutzen wir genau dieses Potenzial: Die Karten wecken Assoziationen, Gefühle und innere Bilder, die aus unserer Intuition kommen. Mehr dazu liest du im Beitrag Tarot und Psychologie.

Warum Intuition im Tarot so wichtig ist

Viele Tarot-Anfänger klammern sich an Bedeutungsbücher oder lernen stur jede Karte auswendig. Doch wer tiefer einsteigen will, erkennt bald, dass Intuition viel kraftvoller ist als reines Faktenwissen. Denn:

  • Jede Karte hat viele Ebenen, die nicht in einem Buch stehen.
  • Die Bedeutung einer Karte variiert je nach Fragestellung, Kontext und Position.
  • Deine aktuelle Lebenssituation beeinflusst deine Wahrnehmung der Karte.
  • Intuition erlaubt spontane Eingebungen und individuelle Bedeutungen.

Ein geübter Tarotleser oder eine geübte Tarotleserin wird die Karten nicht nur „lesen“, sondern mit ihnen „sprechen“. Diese innere Kommunikation basiert auf Intuition. Einen Überblick über alle Karten findest du hier: 78 Tarotkarten im Überblick.

Voraussetzungen: Was du brauchst, um intuitiv zu legen

  1. Vertrauen in dich selbst: Intuition kann sich nur entfalten, wenn du dir selbst erlaubst, auf deine innere Stimme zu hören.
  2. Stille & Fokus: Schaffe dir einen ruhigen Raum, in dem du dich auf deine Empfindungen konzentrieren kannst.
  3. Neugier statt Kontrolle: Verabschiede dich von der Vorstellung, alles „richtig“ machen zu müssen.
  4. Ein Tarotdeck, das zu dir spricht: Visuelle Anziehung ist wichtig. Je mehr dich die Bilder berühren, desto leichter entsteht Intuition. Für den Einstieg findest du hier Tipps für Anfänger.

Praktische Methoden zur Förderung deiner Intuition

1. Tägliche Tarot-Tagekarte

Ziehe jeden Morgen eine Karte und betrachte sie intuitiv:

  • Welche Emotion löst sie in dir aus?
  • Was fällt dir zuerst ins Auge?
  • An welche Lebenssituation erinnert dich das Bild?

Schreib deine Gedanken auf. Am Abend kannst du reflektieren, wie sich die Karte im Laufe des Tages gezeigt hat. Hier findest du weitere Anregungen: Vorteile von Tarotkarten.

2. Intuitives Kartenlegen ohne Bedeutungsbuch

Lege eine 3-Karten-Ziehung (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) und verbiete dir selbst, Bedeutungen nachzuschlagen. Stell dir stattdessen Fragen:

  • Welche Geschichte erzählen die Bilder?
  • Was verbindet die Karten emotional oder thematisch?
  • Wo im eigenen Leben spürst du Resonanz?

3. Visualisierungs-Übungen mit einer Karte

Wähle eine Karte, schließe die Augen und stelle dir vor, du trittst in die Szene ein. Was siehst, hörst, riechst oder spürst du? Wer bist du in der Szene? Diese Übung hilft, eine emotionale Beziehung zur Symbolik aufzubauen.

4. Karten intuitiv interpretieren lassen

Lass eine andere Person dir eine Frage stellen, aber lies die Karten ohne zu wissen, worum es geht. Du wirst merken, dass deine Intuition oft auf verblüffende Weise passende Bilder und Hinweise liefert.

5. Kreatives Journaling

Nutze Tarotkarten als Impuls für freies Schreiben:

  • Schreibe einen inneren Monolog der dargestellten Figur.
  • Erfinde eine Geschichte zur Karte.
  • Notiere spontan alle Wörter oder Gefühle, die dir kommen.

Hindernisse für deine Intuition erkennen und überwinden

Intuition ist nicht immer sofort zugänglich. Viele Menschen blockieren sich selbst. Hier die häufigsten Stolperfallen:

  • Perfektionismus: „Ich muss es richtig machen.“
  • Zweifel: „Kann ich mir das nicht nur einbilden?“
  • Verstandesdominanz: „Ich brauche einen logischen Beweis.“
  • Vergleich: „Andere deuten viel besser.“

Der Ausweg ist Achtsamkeit: Erkenne diese Gedanken, aber gib ihnen nicht die Macht. Je öfter du mit deiner Intuition arbeitest, desto klarer wird sie. Eine Anleitung findest du hier: Wie funktioniert Kartenlegen?.

Tarot und Meditation kombinieren

Meditation kann deine intuitive Fähigkeit erheblich steigern. Eine einfache Übung:

  • Setze dich mit einer Karte deiner Wahl hin.
  • Atme tief ein und aus, fokussiere dich auf den Herzschlag.
  • Stell dir vor, die Karte kommuniziert mit dir: Welche Botschaft hörst du?

Alternativ kannst du eine Geführte Meditation mit Tarotbildern machen. Es gibt spezielle Audios, die dich durch innere Reisen zu einzelnen Archetypen führen (z. B. Der Narr, Die Hohepriesterin). Lies dazu auch den Beitrag über Tarot und das Unterbewusstsein.

Archetypenarbeit und Intuition

Jede Karte der Großen Arkana stellt einen Archetyp dar. Wenn du dich tiefer mit diesen Symbolen beschäftigst, wird deine Intuition automatisch angeregt. Beispiele:

  • Der Narr: Kindlicher Neubeginn, Freiheit, Unschuld
  • Der Magier: Kreativität, bewusste Schöpferkraft
  • Die Hohepriesterin: Inneres Wissen, Geheimnis, Intuition
  • Der Tod: Transformation, Loslassen, Erneuerung

Diese Archetypen wirken oft unterbewusst und treten in Träumen, Emotionen oder plötzlichen Eingebungen hervor. Je besser du sie kennst, desto leichter fällt es dir, deine Intuition zu deuten. Carl Jungs Sichtweise findest du hier: Carl Jung und Tarot.

Die Rolle des Unterbewusstseins im Tarot

Tarotkarten funktionieren wie Projektionsflächen für das Unterbewusstsein. Carl Jung nannte das „aktives Imaginieren“. Wenn du eine Karte betrachtest, reagiert dein Inneres darauf – oft bevor dein Verstand ein Wort sagt. Durch bewusstes Beobachten dieser inneren Reaktionen trainierst du deine intuitive Wahrnehmung. Mehr über diese Dimension erfährst du im Artikel Tarot & Esoterik. Ein Tipp: Stell dir nicht die Frage „Was bedeutet die Karte?“, sondern „Was löst sie in mir aus?“

Vertrauen in die eigene Wahrnehmung entwickeln

Intuition ist wie ein Muskel: Je mehr du sie nutzt, desto stärker wird sie. Anfangs mag es sich unsicher anfühlen – doch mit der Zeit entsteht ein tiefes Vertrauen. Du wirst merken, dass du oft „richtig“ liegst, auch wenn du keine Erklärung dafür hast.

Eine hilfreiche Übung: Behalte deine erste intuitive Eingebung bei einer Karte im Kopf und notiere sie. Vergleiche sie dann mit der „klassischen“ Bedeutung. Häufig wirst du Überschneidungen entdecken. Einen guten Einstieg bietet das klassische Rider-Waite-Tarot.

Gruppenarbeit und Feedback

Manche Menschen fördern ihre Intuition besonders gut im Austausch mit anderen. Wenn du Teil einer Tarotgruppe bist oder dich mit anderen Kartenleger:innen austauschst:

  • Lege Karten füre andere, ohne ihre Frage zu kennen.
  • Lass dir Feedback geben: „Was hat gestimmt, was nicht?“
  • Beobachte, wann deine intuitive Aussage hilfreich war.

Einen Überblick über verschiedene Legemuster findest du in der Übersicht der Legesysteme.

Tarot als Lebenspraxis: Intuition im Alltag

Tarot ist mehr als Kartenlegen. Wenn du beginnst, die Symbolsprache des Tarots in deinem Alltag zu entdecken, wird deine Intuition auf natürliche Weise stärker. Beispiele:

  • Du siehst überall Motive aus Karten (z. B. Monde, Schwerter, Kelche).
  • Du verbindest Situationen intuitiv mit bestimmten Archetypen.
  • Du ziehst eine Karte, bevor du eine Entscheidung triffst – und vertraust auf die innere Resonanz.

Mehr dazu auch im Vergleich Tarot vs. Lenormand.

Deine Intuition ist dein wichtigster Tarot-Kompass

Die Deutung von Tarotkarten wird erst dann wirklich kraftvoll, wenn du dich traust, deiner Intuition zu folgen. Bedeutungen aus Büchern sind ein guter Anfang – doch die eigentliche Magie entsteht, wenn du deine eigene innere Sprache entwickelst. Indem du übst, dich selbst zu hören, zu fühlen und zu beobachten, wird jede Karte zu einem Tor in dein eigenes Wissen. Du brauchst keine Hellseherin zu sein – nur den Mut, deinem Bauchgefühl Raum zu geben. Und genau darin liegt die wahre Kunst des Tarots.

Mehr zur historischen Entwicklung des intuitiven Tarotdenkens findest du in den Porträts über Antoine Court de Gébelin, Éliphas Lévi, Aleister Crowley, Arthur Edward Waite sowie dem Hermetic Order of the Golden Dawn.

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